Reinhold Tüxen

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Reinhold Tüxen wurde am 21.05.1899 in Ulsnis bei Schleswig geboren und wuchs im ländlichen Norden Schleswig-Holsteins auf. Schon in seiner Kindheit beschäftigte er sich mit der Natur seiner dörflichen Umgebung. Diese kindliche Prägung stand am Anfang seiner wissenschaftlichen Karriere, die ihn zum Pionier der Pflanzensoziologie werden ließ.

In Heidelberg studierte Tüxen Chemie, Botanik und Geologie und später Pflanzensoziologie in Zürich und Montpellier. Reinhold Tüxen gründete 1927 in Göttingen die "Floristisch-soziologische Arbeitsgemeinschaft in Niedersachsen", die ab 1928 eine eigene Zeitschrift, die „Mitteilungen der Flor.-Soz. AG", veröffentlichte. Hier war Reinhold Tüxen der erste Herausgeber.

In den 1930er Jahren war er für die Provinzialstelle für Naturschutz in Hannover tätig und erarbeitete eine Vegetationskartierung für die Provinz Hannover. Die daraus im Jahre 1939 entstandene "Zentralstelle für Vegetationskartierung des Reiches" wurde nach dem Krieg zu der von Tüxen geleiteten "Bundesanstalt für Vegetationskartierung", aus der im Jahre 1959 die "Bundesforschungsanstalt für Naturschutz und Landschaftsökologie", das heutige „Bundesamt für Naturschutz" entstand.

Die 1942 zwangsaufgelöste Vereinigung wurde 1946 von Tüxen wieder gegründet und wird heute unter dem neuen Namen "Floristisch-soziologische Arbeitsgemeinschaft" vertrieben. Tüxen war bis 1971 der Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft, deren Arbeit er entscheidend mitbestimmte.

Am 02.04.1963 siedelte Professor Tüxen nach Todenmann um. Seit 1965 organisierte er in Rinteln jährliche internationale Symposien zum Thema „Pflanzensoziologie", denn in diesem Fach galt er als Nestor seines Wissenschaftsgebietes. Durch diese Symposien, an denen bekannte Wissenschaftler aus aller Welt teilnahmen, machte er Rinteln als wissenschaftlichen Tagungsort bekannt.

Durch Ratsbeschluss vom 28.03.1979 wurde Prof. Dr. Drs. h. c. Reinhold Tüxen in einer feierlichen Zeremonie am 10.04.1979 im Ratskeller Rinteln die Ehrenbürgerschaft verliehen. Reinhold Tüxen ist bis heute der einzige Ehrenbürger Rintelns.

Zum Zeitpunkt der Verleihung der Ehrenbürgerschaft war Professor Tüxen Geschäftsführer der „Freunde und Förderer der Pflanzensoziologie und der der Vegetationskartierung e.V." sowie Sekretär der „Internationalen Vereinigung der Vegetationskunde".

Reinhold Tüxen verstarb am 16.05.1980 in Rinteln. Sein Grab befindet sich in Todenmann.

Nach Tüxens Tod erschienen die "Mitteilungen" der Arbeitsgemeinschaft unter dem Namen "Tuexenia". Reinhold Tüxens Nachlass, den das Land Niedersachsen nach seinem Tode erwarb, wird nun im
Institut für Geobotanik der Universität Hannover verwaltet und aufgearbeitet.

 

 

Für seine wissenschaftlichen Verdienste erhielt Professor Tüxen zahlreiche Ehrungen:

1954 Kulturpreis der Stadt Kiel
1959 Dr. h. c. der Universität Montpellier
1964 Bundesverdienstkreuz
1965 Dr. h. c. der Universität Lille
1975 Dr. h. c. der Universität Gießen
1976 Alexander-von Humboldt-Medaille in Gold
1977 Dr. h. c. der Universität Freiburg/Breisgau
1978 Dr. h. c. der Universität Toulouse
1978 Niedersachsenpreis
1995 erfolgte die Namenswidmung eines Waldweges am Panoramaweg in Todenmann: Reinhold-Tüxen-Weg.

Die Reinhold-Tüxen-Gesellschaft e.V. sowie die Reinhold-und-Johanna-Tüxen-Stiftung sind nach ihm benannt.
Die Stadt Rinteln ehrt den Wissenschaftler mit der Vergabe eines Reinhold-Tüxen-Preises.

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