Demografische Prozesse

Zusammenfassend geht es beim demografischen Wandel immer um Prozesse die mit sinkender Geburtenzahl, der steigenden Lebenserwartung und der Wanderbewegung zusammenhängen.

 

Für Deutschland lassen sich verschiedene historische Entwicklungen beschreiben, die bis heute die Bevölkerungsentwicklung beeinflussen.

In der Zeit des sogenannten „Babybooms" nach dem 2. Weltkrieg, kam eine Vielzahl von Kindern auf die Welt. Diese Generation ist heute zwischen 55 und 65 Jahre alt. Treten die „Babyboomer" aus dem Erwerbsleben aus, werden Stellen auf dem Arbeitsmarkt frei. Eine erfreuliche Entwicklung, wenn ausreichend Nachwuchskräfte zur Verfügung stehen.

Die Generation der „Babyboomer" erwartet aufgrund unseres Gesundheitssystems ein langes und aktives Leben nach der Erwerbstätigkeit, das individuell gestaltet werden kann. Allerdings steigt ab dem 80. Lebensjahr der Bedarf an Pflege und Hilfe im Alltag, sodass in 15 Jahren die Zahle der Bevölkerungsgruppe mit Bedarf an pflegerischer Unterstützung gestiegen sein wird.

Eine weitere Entwicklung wird als „Pillenknick" bezeichnet und ist in die 1970er einzuordnen. Neben der neuen Verhütungsmöglichkeit, wird das Bildungswesen ausgebaut. Die Lebenspläne von Frauen ändern sich und weniger Kinder werden geboren. Daraus folgt, dass in jeder neuen Generation weniger Frauen leben die sich für ein Kind entscheiden können. Die Zahl der Geburten sinkt bis heute stetig.

Der Bevölkerungsrückgang wird lange durch die Zuwanderung z.B. aus Osteuropa in den 1990er Jahren überdeckt. Heute kann die Zuwanderung diesen Prozess nicht mehr überdecken. Gerade im ländlichen Raum wirkt sich eine Abwanderungstendenz in die Großstadt negativ auf die Einwohnerzahl in Rinetlen aus.

Die demografischen Prozesse haben ihre Wurzeln in der Vergangenheit und wirken sich in der Zukunft aus. Darum müssen sich Städte heute genau überlegen, welche Investitionen in der Zukunft den größten Ertrag erzielen. Die sinkende Bevölkerung führt zu sinkenden Staatseinnahmen und verlangt nach einem strategischen Umgang mit den knappen finanziellen Mitteln. Dafür braucht eine Stadt Ziele, die die langfristige Ausrichtung in Hinsicht auf die Bevölkerungsentwicklung vorgeben. Gleichzeitig sind die gesellschaftlichen Veränderungen kontinuierlich zu beobachten, um rechtzeitig neue Entwicklungen zu erkennen.

 

 

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