Dingelstedtdenkmal

Franz Dingelstedt, der später sogar in den Freiherrnstand erhoben wurde, lebte von 1814 bis 1881. Er war ein Schriftsteller, der in seinen jungen Jahren durchaus Rebellisches zu Papier brachte - "Schnarcht ruhig fort in Euren Nestern" - und sogar von Heinrich Heine in Paris empfangen wurde. Auch später ist er immer ein Feuerkopf gewesen, was ihn freilich nicht daran hinderte, Karriere zu machen. In Rinteln-Todenmann ist ihm, der in Rinteln seine Jugend verbrachte, ein Gedenkstein gesetzt worden. Aber nicht wegen der vielen Novellen und Romane, wegen der Trauerspiele und Reisebilder, die er geschrieben hat, sondern wegen eines einzigen Liedes. Im Gasthaus "Zum Zollhaus" in Todenmann schrieb er das Weserlied, das bis auf den heutigen Tag gesungen wird.

Das Denkmal wurde am 16. Mai 1931 eingeweiht - was damals wie ein vaterländisches Ereignis begangen wurde. Dingelstedt soll das Lied mit einem Schaumburger Diamanten in eine Fensterscheibe des Gasthauses eingeritzt haben. Zusammen mit dem Lied aber verewigte er ein Schnapsglas - wahrscheinlich ein Symbol dafür, daß er mit dem Schnaps in diesem Glas die Trauer über eine unerwiderte Jugendliebe hinuntergespült hatte.

Todenmann, im Nordwesten von Rinteln gelegen, ist das Kirschendorf des Schaumburger Landes. Dort stehen sozusagen an jeder Ecke Kirschbäume, und die Kirschen von Todenmann sind weithin bekannt und beliebt. Besonders aber während der Blüte zieht es viele Fremde hinaus, um sich die Blütenpracht in Todenmann anzusehen. Daß sich der Ort am Hange des Wesergebirges außerdem auch zum Wandern eignet, versteht sich fast von selbst.

Nicht weit von Todenmann - ein paar Kilometer östlich - befinden sich die Luhdener Klippen mit dem Klippenturm und die 250 Meter hohe Hirschkuppe.

Hier finden Sie den Text des Weserliedes.

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