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Ehrungen für ehrenamtliches bürgerschaftliches Engagement 2020

Es ist bereits gute Tradition in Rinteln geworden, dass Bürgerinnen und Bürger, die sich besonders ehrenamtlich engagiert haben, vom Bürgermeister der Stadt Rinteln geehrt werden. Anlässlich des Neujahrsempfangs 2020 wurden Wilfried Schnüll, die Eheleute Ingeborg und Hans-Joachim Schumer sowie die CTIF-Wettkampfgruppe der Jugendfeuerwehren Krankenhagen und Möllenbeck von Bürgermeister Thomas Priemer ausgezeichnet. 

Wilfried Schnüll

Wilfried Schnüll

Wilfried Schnüll ist im doppelten Sinn ein Schaumburger Kind. Den größten Teil seines Lebens hat er nicht nur im Landkreis Schaumburg, sondern sogar im Rintelner Ortsteil Schaumburg verbracht. Wilfried Schnüll hat schon zu seiner aktiven Zeit als Polizist im Landkreis Schaumburg für Sicherheit und Ordnung gesorgt. Ein großes Anliegen während seiner Dienstzeit waren die Fahrradprüfungen an der Grundschule. Wenn die Fahrräder nicht in Ordnung waren, mussten die Schülerinnen und Schüler bei ihm zu Hause mit dem ordnungsgemäßen Fahrrad vorbeikommen und bekamen dafür anschließend eine Plakette. Aus diesem Grund wurde er auch liebevoll der „Dorfsheriff“ genannt.

Schon frühzeitig engagierte er sich ehrenamtlich in seinem Wohnort Schaumburg in verschiedenen Vereinen. Neben der Feuerwehr in Schaumburg war und ist er sehr aktiv im Männerchor Schaumburg. Dies nicht nur als aktiver Sänger, sondern auch über 40 Jahre als Schriftführer. Vor gut 5 Jahren hat der Männerchor das aktive Singen aufgegeben. Seit dieser Zeit sorgt Wilfried Schnüll weiterhin dafür, dass sich die Gruppe jeden 3. Montag im Monat mit den Sängern und anderen Mitgliedern zum Klönen, Singen, Kartenspielen und damit zum geselligen Beisammensein trifft. Eine gute und wichtige Idee, damit das Leben im Ort an vielen kleinen Stellen weiter fortgeführt wird.

Ein weiterer örtlicher Verein, der ihm ganz besonders am Herzen liegt, ist der Verkehrs- und Heimatverein Schaumburg. Seit seiner Pensionierung im Jahre 1998 engagiert er sich sehr intensiv in und für diesen Verein. Zunächst als 2. Vorsitzender und seit 2005 als 1. Vorsitzender. Nachdem er im Jahre 2016 den Vorsitz in jüngere Hände gegeben hatte, unterstützte er den Verein noch bis 2018 als 2. Vorsitzender. Während dieser Zeit sind sehr viele Beiträge über Sehenswürdigkeiten in den Ortsteilen Deckbergen-Schaumburg-Westendorf entstanden, die heute noch auf der Internetseite nachzulesen sind. Den Internetauftritt seines Vereins füllte er stetig mit Leben. Sein guter Kontakt zur Stadt Rinteln, dem Ortsrat und den Bürgern halfen ihm dabei die drei Ortsteile zu verschönern und zu bereichern. Es wurde dafür gesorgt, dass Bänke und Blumenkästen aufgestellt wurden und das Bürger dafür eine Patenschaft übernahmen. So sind die Bänke immer sauber und die Blumen werden gegossen.

Auch fast vergessene Punkte in den Ortsteilen wurden wieder neu entdeckt und mit Hinweistafeln und Stelen mehr in den Mittelpunkt gestellt.

Das Wandern war immer schon eine Leidenschaft von ihm gewesen. So unterstützte er aktiv die Entwicklung des Weserberglandwanderweges seit dem Jahre 2000. Mit seinen Helfern stellte er Auskunfts- und Hinweisschilder auf, die sie vorher selbst geschnitzt und gemalt hatten, damit ortsunkundige Wanderer in seiner Region immer den richtigen Weg finden. Im Jahre 2012 wurde der Weserberglandweg von Hann- Münden bis Porta Westfalica zertifiziert als Qualitätsweg „Wanderbares Deutschland“. Über 15 Jahre lang hat er als Wegpate von den Standorten Rohdental bis Steinbergen die „Etappe 12“ betreut. Diese Wegstrecke ist die Einzige, an der Tafeln mit Wanderliedern aufgestellt worden sind.

Außerdem gibt es seit 12 Jahren die Initiative „Dorfgemeinschaftshaus Schaumburg“, an der er zusammen mit Bürgern aus Schaumburg plant, unterstützt und entwickelt, damit für das örtliche Leben der Umbau und die Sanierung des Dorfgemeinschaftshauses realisiert werden kann.

Trotz seiner 82 Jahren ist er weiterhin voller Elan dabei, junge und alte Menschen bei der Entwicklung des Ortes Schaumburg zu unterstützen, zu helfen und zu begeistern.

Die Stadt Rinteln möchte sich auf diesem Weg von ganzem Herzen bei Herrn Schnüll für sein jahrzehntelanges vielfältiges ehrenamtliches Engagement und die noch heute währende Unterstützung für den Ortsteil Schaumburg bedanken.

Eheleute Schumer

Eheleute Ingeborg und Hans-Joachim Schumer

Die Eheleute Ingeborg und Hans-Joachim Schumer sind 1982 nach Krankenhagen gezogen. Da Frau Schumer für ihre Kinder ihre Berufstätigkeit als Erzieherin aufgegeben hat, schaute sie sich an ihrem Wohnort nach neuen Betätigungsfeldern um. Schnell wurde Kontakt zum örtlichen Sportverein aufgenommen. Sie begann als Übungsleiterin im Kinderturnen beim TSV Krankenhagen. Die Familie Schumer war sehr schnell im örtlichen Leben integriert. Das zeigt auch die Tatsache, dass Ehemann Hans-Joachim annähernd zeitgleich mit seiner Frau als Schatzmeister beim TSV Krankenhagen aktiv wurde.

Nach einigen Jahren der ehrenamtlichen Tätigkeit im örtlichen Sportverein, setzte Frau Schumer sich mit dem Thema Hospiz intensiver auseinander. Dazu sei angemerkt, dass sie mit den Themen Sterben, Tod und Trauer sehr offen aufgewachsen ist. Aus diesem Grund interessierte sie die Hospizbewegung schon sehr lange. 1999 besuchte sie ihren ersten Hospizkurs für Ehrenamtliche. Sofort nach Vollendung des Kurses übernahm sie ihre erste Begleitung eines schwer kranken Menschen. Zu dieser Zeit gab es in Rinteln mehrere Menschen, die die Themen Sterben, Tod und Trauer wieder mehr in die Gesellschaft bringen wollten. So kam es, dass die größte deutsche Bürgerbewegung „Hospizbewegung“ auch in Rinteln einen Stützpunkt fand. Am 29. Januar 2001 wurde der Hospizverein Rinteln e. V. gegründet. Die Eheleute Schumer waren als Gründungsmitglieder dabei. Ingeborg Schumer als 2. Vorsitzende, ihr Ehemann Hans-Joachim übernahm das Amt des Schatzmeisters.

Von Zuhause aus wurden zunächst die meisten Aufgaben erledigt. Frau Schumer koordinierte die Einsatzbereiche und die Fortbildung der Ehrenamtlichen, ihr Ehemann unterstützte seine Frau und kümmert sich um die Finanzen. Einen großen Raum nimmt auch die Öffentlichkeitsarbeit ein. Im Rahmen von Vorträgen, Fortbildungen, Lesungen sowie die Herausgabe von Rundbriefen wird mit dem Tabu zu den Themen Sterben, Tod und Trauer offener umgegangen, um die Angst und die Furcht davor etwas zu nehmen.

Neben den vielfältigen Aufgaben für den Hospizverein Rinteln e. V. arbeiten die Eheleute Schumer auch auf Landesebene, um die flächendeckenden und politischen Ziele der Hospizbewegung zu festigen und auszubauen. Durch das Engagement beim Hospiz- und Palliativverband Niedersachsen e. V. sowie beim Landesstützpunkt für Hospiz- und Palliativarbeit Niedersachsen e. V. hat der Vorstand in Rinteln auch den Blick über den örtlichen Tellerrand hinaus.

Während die Fortbildung und Qualifikation der Hospizarbeit bei Frau Schumer tagtäglich ganz oben auf der Agenda steht, hat sich die Arbeit als Schatzmeister für ihren Ehemann ebenfalls erweitert. Durch die intensive Arbeit der Hospizbewegung in Rinteln ist es möglich geworden, zwei Halbtagsstellen für Koordinatorinnen zu schaffen. Auch die stetig wachsende Zahl der Mitglieder ist eine sehr positive Entwicklung.

Im Jahre 2013 übernahm Frau Schumer dann das Amt der 1. Vorsitzenden, da ihre Vorgängerin aus gesundheitlichen Gründen zurücktreten musste. Inzwischen begleitet der Hospizverein Rinteln e. V. auch Menschen im Umkreis von Rinteln sowie in Hess.-Oldendorf.

Ein Leitsatz der Familie Schumer ist: „Wer vom eigenen Leid verschont ist, sollte helfen, anderer Leid zu lindern!“

Die Stadt Rinteln möchte sich auf diesem Weg von ganzem Herzen bei den Eheleuten Schumer für ihr jahrzehntelanges ehrenamtliches Engagement und die noch heute währende Begleitung von Menschen bedanken.

CTIF-Wettkampfgruppe der Jugendfeuerwehren Krankenhagen und Möllenbeck

CTIF-Wettkampfgruppe der Jugendfeuerwehren Krankenhagen und Möllenbeck

Die Jugendfeuerwehren sind eine der vielfältigsten Jugendorganisationen. Neben der altersgerechten feuerwehrtechnischen Ausbildung steht der Umweltschutz, der Dienst für die Gemeinde, die Teilnahme an Ausflügen und Zeltlagern mit Spaß und viel Bewegung im Vordergrund. Wichtig sind gemeinschaftliche Ziele und keine Einzelergebnisse. In der Gruppe wird das soziale Verhalten trainiert.

In Wettbewerbsübungen wird genau diese feuerwehrtechnische Ausbildung erlangt.

Neben dem sogenannten „Bundeswettbewerb“ nehmen wettkampfmotivierte und -orientierte Gruppen verstärkt an dem internationalen Wettbewerb „CTIF“ teil, der nur alle zwei Jahre ausgetragen wird. Lediglich die beiden Erstplazierten qualifizieren sich bei dem Bundesentscheid für die Teilnahme an der internationalen Großveranstaltung.

Der Wettkampf ist in einen A- Teil mit einer Feuerwehrhindernisübung und in einen B-Teil mit einem 400 m Staffellauf mit eingebauten Hindernissen unterteilt. Jede teilnehmende Gruppe besteht aus einer Mannschaft mit neun Jugendfeuerwehrmitgliedern plus Ersatzmann im Alter von 12 bis 16 Jahren.

Und genau hier liegt die besondere Herausforderung. Nachdem die Jugendfeuerwehr Möllenbeck national bereits an einigen CTIF-Wettbewerben erfolgreich teilnehmen konnte, waren im Jahr 2017/2018 zu wenig Jugendliche in der geforderten Altersgruppe vertreten und damit die Teilnahme an den Wettbewerben gefährdet. Aus den Reihen der Jugendlichen entstand die Idee eine Kooperation mit der Jugendfeuerwehr Krankenhagen anzustreben, die sehr erfolgreich umgesetzt wurde. Durch die Zusammenarbeit der beiden Jugendfeuerwehren ist es möglich, wieder eine gemeinsame Mannschaft aus Rinteln zu stellen.

Anfang 2018 - erste gemeinsame Trainingstermine

August 2018 -Teilnahme Niedersächsische Landesmeisterschaften - VIZEMEISTER

September 2018 - Teilnahme Deutsche Meisterschaften - VIZEMEISTER - Ticket für die Internationalen Meisterschaften in Martigny/Schweiz.

Juli 2019 - Teilnahme Internationale Meisterschaften CTIF - 30. Platz von 52 Gruppen, die teilweise an feuerwehrtechnischen Schulen speziell auf diesen Wettbewerb vorbereitet werden.

Als Teilnehmer einer Weltmeisterschaft haben die Jugendfeuerwehren nicht nur die deutsche Feuerwehr, ihre Ortsteile Möllenbeck und Krankenhagen und die Stadt Rinteln vertreten, sondern auch ihr Heimatland Deutschland.

Neben den gemeinsamen Wettbewerbserfolgen der Jugendfeuerwehren Möllenbeck und Krankenhagen, die wir hier heute würdigen wollen, steht bei diesem Team aber nach wie vor die Erkenntnis im Vordergrund, dass soziales Engagement in der Gemeinschaft – auch über die Ortsgrenzen hinaus - sehr wichtig ist und darüber hinaus auch viel Spaß und Freude macht.

Im Einzelnen gehören folgende Jugendliche und Betreuer zum erfolgreichen Team: Jule Bartram, Lilli Barnick, Sophie Lüdeking, Leonie Klemme, Julian Klemme, Jordan Frühmark, Shawn Frühmark, Mika Klemme, Tim Schikore, Paul Wrosch, Niklas Wiencke sowie der Jugendfeuerwehrwart Möllenbeck, Herr Marco Baschin; die Jugendfeuerwehrwartin Krankenhagen, Frau Katharina Peterson; der stellvertretende Jugendwart Möllenbeck, Herr Jan Brömmer.

Die Stadt Rinteln wünscht den Jugendfeuerwehren Krankenhagen und Möllenbeck auch für die Zukunft alles Gute und weiterhin eine so engagierte und erfolgreiche Teamarbeit.