WohnInitiativeRinteln

Bereits 2013 wurde im Mehrgenerationenhäuschen auf dem Weihnachtsmarkt in Rinteln der Gedanke an ein nachbarschaftliches Mehrgenerationen-Wohnen ausgesprochen. Die ersten Interessierten hat die Demografiebeauftragte zusammengebracht, sodass sich seit Mitte 2014 Menschen regelmäßig trafen, um eine gemeinsame Vorstellung vom „nachbarschaftlichen Wohnen" zu entwickeln.

Im Dezember 2014 hat sich diese Gruppe dann mit einem Flyer im Mehrgenerationenhäuschen auf dem Weihnachtsmarkt vorgestellt. Ziel der Initiative ist es, weitere Interessierte zu finden und Grundstücks- und Immobilienbesitzer sowie Investoren auf die Gruppe aufmerksam zu machen.

Seit Januar 2015 ist die Initiative bei Facebook vertreten und informiert über "nachbarschaftliches Wohnen" in Rinteln.

Im Mai 2015 hat sich die Initiative den Namen WohnInitiativeRinteln gegeben und im November 2015 war die Vereinsgründung.

Seit März 2016 gibt es die Vereinshomepage www.wohninitiativerinteln.de.

Im August 2016 feierte der Werbefilm der WohnInitiative Rinteln e.V. Premiere. Der Film ist auf youtube zu sehen.

Verfasserinnen: Ilona Laboga-Böttke & Linda Mundhenke, Demografiebeauftragte


Was meint nachbarschaftliches Wohnen in der Praxis?
Der erste Gedanke liegt nahe: Wohnen in einer Groß-WG! Menschen, die eigentlich in Gemeinschaftsräumen leben und sich nur, wenn sie genug haben, in ihre „Höhle" zurückziehen. Aber so funktioniert das nicht! Beim nachbarschaftlichen Wohnen betrachten meist alle ihre Wohnungen als zentralen Wohnraum. Und im Gemeinschaftsraum trifft man sich, wenn man Lust auf Gesellschaft hat. In der Gemeinschaft kann dann jeder seine Talente und Fähigkeiten einbringen, was eine große Bereicherung für das Wohnen und Leben aller darstellt.
Das Wohnprojekt soll durch einen Mix aus allen Generationen geprägt sein und von Nachbarschaftshilfe, die in Kombination mit professioneller Hilfe zur Sicherstellung der Versorgung Pflegebedürftiger beiträgt. Ein Miteinander kann bedeuten, dass z.B. Familien bei der Kinderbetreuung unterstützt werden, dass ältere Bewohner sich bei kleinen Reparaturen unterstützen oder dass die Mitbewohner mit „grünem Daumen" den Gemeinschaftsgarten pflegen. Jeder bringt seine Fähigkeiten in die Gemeinschaft ein und wird bei Bedarf von dieser unterstützt. Dadurch wird ein langes selbstbestimmtes Leben bis ins hohe Alter möglich und Familien können Entlastung im Alltagsstress erfahren.

Es geht um Teilhabe
Teilhabe darf nicht nur die Teilhabe alternder Menschen am aktiven Leben meinen, sie muss auch die Teilhabe der jungen Generation an dem alternder Menschen umfassen, damit alle gemeinsam ihr Leben tatkräftig gestalten.
Daraus folgt:

Geteilte Verantwortung und soziale Vernetzung.
Selbstbestimmung und Versorgungssicherheit.
Gemeinsam feiern statt Vereinsamung.
Nachbarschaftshilfe und Inklusion.

Gemeinschaftliche Wohnprojekte dürfen keine abgeschlossenen Welten sein, sondern Teil einer ganzen Nachbarschaft.

Wie wird das nachbarschaftliche Wohnen realisiert?
Die zukünftigen Bewohner entwickeln gemeinsam mit Planern für diese Form des Zusammenlebens ihren Wohn- und Lebensraum. Und zwar von Anfang an. Ein wechselseitiger Prozess, der die Definition von Prinzipien voraussetzt. Durch die gemeinsame Auseinandersetzung mit den eigenen Vorstellungen vom Zusammenleben kann ein tiefes Verständnis für Entscheidungen und Bedürfnisse der „Nachbarschaft" im Wohnprojekt entstehen. In diese zielorientierte Kommunikation sind nicht nur Nutzer und Planern, sondern auch Investor und die beteiligten Behörden einzubeziehen.
Verfasserinnen: Astrid Engel, Architektin & Linda Mundhenke, Demografiebeauftragte

Ansprechpartnerin bei der Stadt Rinteln:
Linda Mundhenke (Demografiebeauftragte)
Klosterstraße 19, 31737 Rinteln
Telefon: 05751 / 403 -118
E-Mail: l.mundhenke@rinteln.de

Interessante Links:
www.netzwerk-nachbarschaft.net
www.wohnbund.de
www.pöstenhof.de ein fertiggestelltes Mehrgenerationen-Wohnhaus in Lemgo
www.stiftung-trias.de
www.fgw-ev.de Forum Gemeinschaftliches Wohnen e.V
www.neues-wohnen-nds.de
www.syndikat.org Mietshäuser Syndikat, Freiburg
www.wohnprojekte-portal.de
www.baumodelle-bmfsfj.de/Modellreihen_MehrGenerationenWohnen.html



Lese Tipps:
Vom Idealismus zum Realismus. Über 15 Jahre gemeinschaftliches Wohnen in den Niederlanden
. Kuratorium Deutsche Altershilfe, Köln 2000 
ISBN 3-932882-91-1
Gemeinsam statt einsam. Meine Erfahrungen für die Zukunft. Henning Scherf. Herder Verlag. ISBN 978-3-451-06515-6

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