Glasfaserausbau in Rinteln: Stadt in ersten Gesprächen mit einem neuen Anbieter für die südlichen Ortsteile
14.07.2026
Viele Bürgerinnen und Bürger in den südlichen Ortsteilen von Rinteln haben in den vergangenen Tagen Post von der Deutschen Glasfaser erhalten.
In diesem Schreiben teilt das Unternehmen mit, den geplanten Netzausbau in diesen Gebieten nicht weiter fortzuführen. Die Stadt Rinteln stellt hierzu klar: Die nördlichen Ausbaugebiete (Polygone) sind von dieser Entscheidung nicht betroffen. Dort läuft der Ausbau durch die Deutsche Glasfaser wie geplant weiter.
Für die betroffenen Einwohnerinnen und Einwohner im Süden der Stadt gibt es trotz der Absage der Deutschen Glasfaser eine Perspektive. Die Stadtverwaltung reagierte umgehend auf die neue Situation und befindet sich bereits in ersten Gesprächen mit einem alternativen Telekommunikationsunternehmen.
Dieses Unternehmen hat großes Interesse an der Übernahme der südlichen Ausbaugebiete signalisiert. Der potenzielle neue Partner beabsichtigt, eine sogenannte Eigenerklärung abzugeben, um den Ausbau in Eigenregie und ohne öffentliche Fördermittel zu sichern.
Bereits 2021 wurde mit der Deutschen Glasfaser eine Kooperationsvereinbarung geschlossen, verbunden mit der Erwartung eines zeitnahen Ausbaus in Rinteln Nord und Süd. Kooperationsvereinbarungen begründen jedoch regelmäßig keine Ausbauverpflichtung. Sie begründen leider keinen Anspruch der Kommune auf tatsächliche Durchführung des angekündigten Ausbaus. Ebenso verbleibt die Entscheidung über Umfang, Zeitpunkt und Wirtschaftlichkeit des Ausbaus grundsätzlich beim Unternehmen.
Die Deutsche Glasfaser teilte nun der Stadt Rinteln mit, dass sie sich aus den Glasfaserprojekten Rinteln Süd zurückzieht. Das betrifft im Detail die Gebiete Möllenbeck, Exten, Strücken, Hohenrode, Uchtdorf, „Auf dem Brink“ und Krankenhagen. Somit setzt die Deutsche Glasfaser große Teile des ursprünglich angekündigten Glasfaserausbaus in Rinteln nicht mehr um. Über einen langen Zeitraum wurde der Eindruck vermittelt, dass ein umfassender Ausbau erfolgen wird.
Die Deutsche Glasfaser informierte hierüber erst auf Nachfrage der Stadt Rinteln. Hierauf kann die Stadt Rinteln nur mit Unverständnis reagieren.
Die Entscheidung der Deutschen Glasfaser wurde weder von der Stadt Rinteln veranlasst, noch beeinflusst. Das Unternehmen hat den Rückzug eigenständig beschlossen. Die Verantwortung für den Rückzug aus den Glasfaserprojekten Rinteln Süd liegt bei der Deutschen Glasfaser.
Nach Angaben der Deutschen Glasfaser erfolgt dieser Schritt aus wirtschaftlichen Gründen. Die Entscheidung erfolgte auf Grundlage einer von der Deutsche Glasfaser erneut durchgeführten Wirtschaftlichkeitsprüfung. Bei fehlender Wirtschaftlichkeit können Unternehmen ganz oder teilweise von angekündigten Ausbauvorhaben Abstand nehmen.
Für die Stadt Rinteln und die betroffenen Ortsteile ist diese Entscheidung äußerst enttäuschend. Die Stadt Rinteln, insbesondere das Baudezernat hat die Planungen stets konstruktiv begleitet und unterstützt. Umso unverständlicher ist der nun erfolgte Rückzug von den ursprünglichen Ausbauankündigungen. Viele Bürgerinnen und Bürger haben auf die Zusagen der Deutschen Glasfaser vertraut und ihre Entscheidungen entsprechend getroffen. Nun wurden diese Erwartungen enttäuscht. Bereits geschlossene Verträge kommen nicht zur Anwendung. Dies beschädigt das Vertrauen in die Verlässlichkeit privatwirtschaftlicher Ausbauzusagen. Die Stadt Rinteln hat dazu bereits ein entsprechendes Schreiben an die kommunalen Spitzenverbände, dem Niedersächsischen Städte- und Gemeindebund sowie dem Niedersächsischen Städtetag, gesendet. Ebenso steht die Verwaltung im engen Austausch mit dem Breitbandzentrum Niedersachsen-Bremen und dem Wirtschaftsministerium.
Ungeachtet dieser Entwicklung arbeitet die Stadt Rinteln mit Nachdruck daran, den Glasfaserausbau in Rinteln Süd voranzubringen. Der Bedarf an einer leistungsfähigen digitalen Infrastruktur besteht unverändert fort.
Der Rückzug der Deutschen Glasfaser darf nicht dazu führen, dass Bürgerinnen und Bürger in Rinteln Süd von der digitalen Entwicklung abgehängt werden. Deshalb wird die Stadt Rinteln Gespräche mit anderen Anbietern führen und alle Möglichkeiten prüfen, um den Ausbau dennoch zu realisieren. Die Stadt Rinteln wird hierzu fortlaufend informieren.