Nathan der Weise
von Gotthold Ephraim Lessing
Toleranz und die Kraft der Aufklärung sind die Themen, die in
"Nathan der Weise" verhandelt werden. Mit seinem letzten Werk, das
1783 in Berlin uraufgeführt wurde, reagierte Gotthold Ephraim
Lessing auf die religiöse Orthodoxie und Intoleranz seiner Zeit.
Das Stück versteht sich als Antwort auf die Dogmen der
protestantischen Theologen, mit denen Lessing sich heftig stritt.
Zudem setzte er dem jüdischen Philosophen Moses Mendelsohn, mit dem
er befreundet war, in der Figur des Nathans ein literarisches
Denkmal.
Ort der Handlung ist Jerusalem um 1190, zur Zeit des dritten
Kreuzzugs, eine Stadt, in der Christentum, Islam und Judentum
direkt aufeinandertreffen. Im Mittelpunkt des Stücks steht die
berühmte Ringparabel, die sich um die Frage dreht, welche der drei
großen Weltreligionen die wahre sei. Nathans Antwort, der zufolge
keiner der monotheistischen Religionen der Vorzug gegeben werden
kann, hat an Aktualität bis heute nichts verloren. "Nathan der
Weise" gilt als das zentrale Werk der deutschen Aufklärung.
Regie Andreas Hueck
Ausstattung Janet Kirsten
Theater Poetenpack



