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Das Märchen "Tischlein deck dich"

Das Grimm-Märchen „Tischlein deck dich“ hat seine Wurzeln in der Weserstadt Rinteln. Hier wurde 1750 Marie Eleonore Storck geboren, die das weltberühmte Märchen überlieferte.

Schon im Jahr 1812, in der 1. Auflage der Grimm‘schen Märchensammlung, erschien die wechselvolle Erzählung und trat von hier aus ihren Siegeszug durch die Märchenbücher der Welt an. In unzähligen Kinderbüchern, in Filmen und Theaterstücken, in Gedichten und Illustrationen, ja sogar in geläufigen Redewendungen, hat die Geschichte ganz oder teilweise ihren Niederschlag gefunden.

Eleonore Storck, lebte um 1800 in Kassel bei ihrer ebenfalls in Rinteln geborenen Schwester, die mit dem Eisenfabrikanten Carl Henschel verheiratet war. Dieser wohlhabende, bürgerliche Haushalt gehörte zum engeren Freundeskreis der Brüder Jakob und Wilhelm Grimm.

Im Zusammenhang mit der Tischlein deck dich-Überlieferung an die beiden Märchensammler wird eine „Mamsell Storch“ im Haushalt der Familie Henschel erwähnt. „Mamsell“, abgeleitet von „Mademoiselle“, war zu dieser Zeit noch die ehrenvolle Bezeichnung für bürgerliche Mädchen bzw. unverheiratete Frauen. Tatsächlich lebte im Haus der Kasseler Fabrikantenfamilie Henschel die ledige Eleonore Storck (der plattdeutschen Name wurde in Kassel in Storch verhochdeutscht). Sie war die Schwester der Hausherrin und stammte wie diese aus der Weserstadt.

Als das Märchen von Eleonore Storck überliefert wurde, war sie etwas über 60 Jahre alt.