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Delegation aus Slavičín zu Besuch im Rathaus

22.07.2026

Im Rahmen einer Studienreise begrüßte Bürgermeisterin Andrea Lange den Bürgermeister Tomáš Chmela sowie eine Delegation der Stadt Slavičín in der Region Zlín in der Tschechischen Republik.

Der Besuch stand im Zeichen der gemeinsamen Geschichte: In diesem Jahr begeht Slavičín feierlich den 770. Jahrestag seiner Erhebung zum Markt- und Gerichtsort. Diese geht auf eine Urkunde des Bischofs in Olmütz (tschech: Olomouc), Bruno von Schaumburg (1205 – 1281), zurück. Bischof Bruno war ein jüngerer Bruder des Grafen Adolf IV. von Holstein-Schaumburg, der Gründer Rintelns, Kiels, Itzehoes und vieler weiterer norddeutscher Städte. Ebenso wie sein Bruder in Holstein und Schaumburg gründete Bruno in Mähren an der östlichen Grenze des heutigen Tschechiens zahlreiche Städte, Dörfer und Burgen. Geboren wurde er vermutlich um 1205 auf der Schaumburg.

Zahlreiche Kolonisten aus dem Wesergebiet folgten Bruno. Die Forschung bringt unter anderem die berühmte Rattenfängersage mit dem Auszug Hamelner Kinder mit dieser Ostkolonisierung durch Bruno in Verbindung. Auch viele Slawen aus dem Westen Mährens wurden durch Bruno in seinem Bistum angesiedelt. Gleich zwei Burgen in Mähren erhielten den Namen „Schaumburg“. Wie auch in anderen Gebieten Ostmitteleuropas stoßen die mittelalterlichen Verbindungen mit Deutschland in jüngerer Zeit wieder auf größeres Interesse.

Im Rahmen der Studienreise zu den Wirkungsstätten Bischof Brunos besuchte die Delegation unter anderem Lübeck, Hamburg und Rinteln. Im Rathaus tauschten sich die Gäste mit Bürgermeisterin Andrea Lange und Stadtarchivar und Museumsleiter Dr. Stefan Meyer über die historische Verbindung zwischen unseren Städten sowie die Bedeutung europäischer Begegnungen aus.

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